Ausstellung im Rathaus Lichtenberg in Berlin
Bakterien – Die Schönheit der unsichtbaren Welt
Ich freue mich wahnsinnig, denn ich darf meine Bilder von Mikroorganismen ausstellen.
Es ist keine riesige Ausstellung, aber für mich trotzdem etwas ganz Besonderes. Schließlich muss man irgendwo anfangen und viele Wege führen ja bekanntlich nach Rom.
Im Rathaus Lichtenberg könnt ihr noch bis zum 12.11.2026 in der ersten und zweiten Etage meine Bilder sehen.
Und bis es überhaupt soweit war, gab es einiges zu tun. Ich war ehrlich gesagt ganz schön aufgeregt, ob am Ende auch wirklich alles so klappt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Vorbereitungen waren deutlich aufwändiger, als ich vorher gedacht hatte.
Die Auswahl
Zuerst hieß es, aus meinen vielen Bildern eine Auswahl zu treffen. Das war gar nicht so einfach. Schließlich fotografiere ich seit Jahren Mikroorganismen und habe inzwischen eine ziemlich große Sammlung an Bildern. Welche Bilder passen zusammen? Welche wirken auch in einem größeren Format? Und welche möchte ich unbedingt zeigen?
Dann mussten die Bilder zugeschnitten und die passenden Größen festgelegt werden. Anschließend ging es in die Druckerei meines Vertrauens. Und dann hieß es erst einmal abwarten und hoffen, dass die Bilder auch auf Papier genauso aussehen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich bin mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden. Einige Bilder gefallen mir ausgedruckt sogar noch besser als auf dem Bildschirm. Gerade bei den größeren Formaten kommen viele Details noch einmal ganz anders zur Geltung.
Bilderrahmen
Danach ging es an die nächste Herausforderung: Bilderrahmen besorgen. Insgesamt sind es über 20 Bilder und drei Collagen geworden. Die Rahmen sollten natürlich nicht nur praktisch sein, sondern auch zu den Bildern passen und ihnen nicht die Show stehlen. Das klingt einfacher, als es tatsächlich war. Als dann endlich alle Rahmen da waren, wurden die Bilder vorsichtig eingesetzt.
Und plötzlich lagen da all diese Bilder vor mir und die Ausstellung fühlte sich zum ersten Mal wirklich real an.
Dann mussten natürlich alle Bilder heil ins Rathaus gebracht werden. Das Aufhängen selbst war noch einmal eine Sache für sich. Das Schwierigste war tatsächlich die Frage: Welches Bild kommt wohin? Man möchte, dass die einzelnen Bilder für sich wirken, gleichzeitig sollen sie zusammenpassen und einen schönen Rundgang ergeben.
Nach ungefähr drei Stunden und mit tatkräftiger Hilfe war es dann geschafft.
Und da stand ich nun zwischen all meinen Bildern von Bakterien und anderen Mikroorganismen. Für mich ist das ein unglaublich spannendes Projekt. Nicht nur, weil ich meine Bilder zum ersten Mal in diesem Rahmen zeigen darf, sondern auch, weil ich dabei selbst sehr viel gelernt habe.
Normalerweise entstehen meine Bilder im Labor. Ich kultiviere die Mikroorganismen auf Nährmedien, beobachte sie und fotografiere sie. Dass diese kleinen Lebewesen nun als große Bilder in einem Rathaus hängen und von Menschen angeschaut werden, ist für mich immer noch ein etwas verrückter Gedanke.
Genau das ist auch der Grund, warum ich meine Bilder so gerne zeige. Ich möchte zeigen, dass die Welt der Mikroorganismen nicht nur aus Krankheitserregern und etwas besteht, vor dem man sich fürchten muss. Sie kann unglaublich vielfältig, überraschend und manchmal sogar richtig schön sein. Vielleicht schaut der eine oder die andere nach dem Besuch der Ausstellung beim nächsten Mal ein bisschen anders auf die unsichtbare Welt um uns herum.
Ich hoffe jedenfalls, dass dies nicht meine letzte Ausstellung war. Es hat viel Arbeit gemacht, aber mindestens genauso viel Spaß.
Und wer weiß, vielleicht hängen meine Bakterien irgendwann noch an ganz anderen Orten.